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NordNordNord | September 24, 2018

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Whale Watching in Húsavík

Whale Watching in Húsavík
Christian
  • On 22. September 2013
  • http://www.nordnordnord.de

Passend zur heutigen Bundestagswahl, mein Beitrag für mehr Wa(h)lbeteiligung auf diesem Blog.

Ich bin gerade auf das alte Holzschiff gestiegen, da reicht man mir freundlich einen gefütterten Overall. Wir haben Juli, ich wundere mich, zieh das Ding aber vorsichtshalber an. Ich bin in Húsavík, dem nach eigenen Angaben „Whale watching capital of the world“, denn hier ist die Chance Wale in freier Wildbahn zu beobachten sehr hoch. Heute werde ich mir die großen Meeressäuger einmal aus der Nähe ansehen. Also Karte gekauft und rauf aufs Boot. So kam ich zu dem Overall. Lustig sieht man aus, ganz in blau. Eine Mischung aus dem Michelinmännchen und den Schlümpfen. Auf dem Wasser soll es kalt sein, sagt man.

Am Kai nebenan haben andere Touristen auf einem anderen Boot Platz gefunden. Es gibt 3 Unternehmen die hier ihre Dienste anbieten. Nach dem alle an Bord „eingeschlumpft“ wurden, geht es los. Wir fahren durch die Bucht von Húsavík. Das Fischerboot schaukelt. Mehr als ich erwartet hatte. Der Kapitän gibt Gas. Es ist erfreulicherweise nicht sooo schaukelig, dass ich zu meinem blauen Ganzkörperanzug ein grünes Gesicht bekommen würde. Nach 5 Minuten hab ich mich ans Schaukeln gewöhnt. Jetzt heißt es Ausschau halten und der Biologin lauschen. Die gehört zum Whale watching-Unternehmen und hat gerade das Mikrofon übernommen.

Die Kirche von Húsavík

Die Kirche von Húsavík. Direkt am Hafen. ©NordNordNord.de

Es gibt ein paar Einweisungen und Informationen zur Fahrt, als es plötzlich aus den Lautsprechern schallt: „15 Uhr!“ Was schon so spät?, frage ich mich, als mir bewusst, wird dass die analoge Uhr auf diesem Schiff eine große Rolle spielt. Es ist nicht früher Nachmittag, sondern 15 Uhr ist die Richtungsangabe, wohin wir unsere Köpfchen drehen sollen, wenn wir etwas sehen wollen (Pumuckel sagte schon: „Was sich reimt ist gut!“). Denn auf „15 Uhr“ sitzt eine Robbe an einem Felsen im Wasser und sonnt sich. Kein Wal, aber immerhin ein anderer netter Meeresbewohner. Die Fotoapparate klicken, hektisch wechseln Menschen von einer Seite des Boots auf die andere. Dann plötzlich beginnt das Schiff zu beschleunigen, zieht einen grossen Bogen durch das Wasser und schaukelt uns gut durch: Wal voraus. „11 Uhr!“ Die Fontaine eines Mink-Wals ist vom Ausguck auf dem Boot gesichtet worden. Als das Schiff die Stelle erreicht, ist der Wal abgetaucht.

Die Spannung steigt, alle suchen nach dem nächsten Zeichen des Meeressäugers.

Irgendwo muss er ja noch mal auftauchen, wie lange kann so´n Wal unter Wasser bleiben? Blicke schweifen über das Wasser, es wird mucksmäuschenstill. Abgesehen vom Tuckern des Dieselmotors.

Wal voraus...

Wal voraus… ©NordNordNord.de

Plötzlich taucht etwas graues aus dem Wasser auf. Ein Walrücken. Es gibt ein Geräusch, das einem Niesen nicht unähnlich ist, zumindest einem Riesen-Niesen, und eine Wasserfontäne schiesst in die Höhe. Fotoapparate klicken, Menschen freuen sich. Die Biologin erklärt etwas, aber niemand hört mehr zu. Der Wal hat die Show an sich gerissen.

Es ist tatsächlich ein Minkwal: ein Zwergwal. Doch so zwergig sieht der für mich gar nicht aus. 7-10 Meter können die Tiere werden, dieser liegt wohl mittendrin. Leider ist diese Walart beim Abtauchen nicht allzu fotogen, denn die Fluke streckt sie dabei niemals in die Höhe. Aber was soll‘s. Es ist ein Wal. Ein echter Wal. Ich freu mich und halte weiter Ausschau.

Dann passierte es wieder. „8 Uhr!“ kommt es aus den Lautsprechern. Ein zweiter Wal ist dazugekommen. Oder ist es der selbe? Wie soll man das bloß auseinanderhalten, ohne direkten Vergleich. Als jedoch zeitgleich gegenüber ein zweiter Rücken aus dem Wasser kommt, wissen wir es mit Sicherheit. 2 Wale schwimmen um uns herum.

Ein Zwergwal schwimmt um uns herum ©NordNordNord.de

Ein Zwergwal schwimmt um uns herum ©NordNordNord.de

Die Zeit vergeht im Nu. Mittlerweile weiß ich den Schlumpfen-Overall zu schätzen, denn in der Bucht von Húsavík weht ein eisiger Wind. Um alle an Bord ein bisschen aufzuwärmen und vor dem Verhungern zu bewahren, werden jetzt Zimtschnecken und Kakao gereicht.

Es gibt nichts besseres als im Schlumpfen-Michelin-Anzug Zimtschnecken und Kakao zu schnabulieren. Wer hätte das gedacht?!

So langsam geht die Tour dem Ende entgegen, das Schiff macht sich wieder auf in Richtung Hafen.

Während der Tour haben wir tatsächlich 2-3 Mink-Wale gesehen, ganz sicher war man sich auf dem Boot nicht wie oft man welchen Wal gesehen hat. Zwei Delfine und eine Robbe komplettieren das Erfolgserlebnis. Die Tour hat sich, trotz des nicht ganz günstigen Preises, gelohnt. Eine Walsafari von ca. 3,5 h Dauer kostet um die 50 € pro Person. Gebucht werden kann direkt im Hafen, je nach Wetter und Saison sollte man sich evtl. schon etwas vor der geplanten Fahrt um Tickets bemühen.

 

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