Image Image Image Image Image Image Image Image Image Image

NordNordNord | June 24, 2018

Scroll to top

Top

One Comment

Mit dem Zug durch Skandinavien – Eine Winterreise Teil 3

Mit dem Zug durch Skandinavien – Eine Winterreise Teil 3
Christian
  • On 5. Januar 2014
  • http://www.nordnordnord.de

Die Hütten auf den Lofoten sind gemütlich. Hier werden wir die nächsten 5 Tage ausruhen und Urlaub machen.  Um die Hütten herum liegt feinster Schnee, die Landschaft könnte nicht winterlicher sein. Hinter der Hütte ziehen regelmäßig ganze Scharen von skifahrenden Kindern vorbei, ein Lift gegenüber auf dem Berg verrichtet fleißig seinen Dienst.

Der Blick aus der Hütte

Der Blick aus der Hütte ©NordNordNord

Die große weiße Fläche zwischen den Bergen wird wohl im Sommer ein See sein, jetzt ist es eine herrliche schneebedeckte Ebene. Die Sonne kommt heraus und jetzt kann man erkennen, warum die Lofoten so berühmt und beliebt sind. Eine einmalige Landschaft zeigt sich uns. Wir beschließen unsere Wanderschuhe zu nehmen und die Umgebung zu erkunden. Es geht verschneite Wege an Seen entlang, durch kleine Straßen mit idyllischen Häusern, und immer begleitet uns der Anblick einer einmaligen Lofoten-Landschaft.

Beim Fotografieren frieren.

Beim Fotografieren frieren. @NordNordNord

Eine kleine Hütte direkt am Wasser – beziehungsweise direkt am Eis – hat es mir besonders angetan. Ein Fotomotiv, wie ich es mir vorher gewünscht hatte.

Hütte im Eis

Hütte im Eis ©NordNordNord

Am nächsten Morgen wundern wir uns, als wir aus dem Fenster gucken, denn in der Nacht hat es geregnet. Kein Schnee, sondern einfaches ungefrorenes Wasser. Nanu, damit hatten wir nicht gerechnet. Da der Boden natürlich arktisch kalt und durchgefroren ist, wird das Wasser am Boden zu Eis.

Das nenn ich Glatteis!

Das nenn ich Glatteis! ©NordNordNord

Glatteis kenne ich aus Deutschland, eine dünne, meist kaum zu sehende Eisschicht, die sowohl zu Fuß, als auch im Auto unangenehme Folgen haben kann. Heute stellen wir jedoch fest, das Glatteis durch aus noch „besser“ geht als bisher bekannt: Eine gut 1 bis 2 cm dicke Eisschicht ist auf den Straßen und Wegen zu erkennen. Richtig dickes Eis. Hätten wir Schlittschuhe dabei, jetzt wäre der Augenblick sie zu benutzen. Dumm, das a) das Eis doch nicht ganz Schlittschuh tauglich ist, wir b) keine Schlittschuhe haben, und c) unser Kühlschrank und Knabbervorrat leer ist und d) der nächste Shop (der eigentlich auch nur Tankstelle ist) ca 1 bis 1,5 km entfernt ist. Hunger ist vorhanden, also hilft alles nichts, wir ziehen unsere Wanderschuhe an und machen uns auf ins Dorf. Trotz dicker Eisschicht. Es ist tatsächlich ziemlich spaßig über den Weg zu schlittern, der kurvenreiche und hüglige Verlauf des Weges macht es nicht gerade leichter, sich sicheren Schrittes fortzubewegen.

Ich schaffe es mich 2 mal auf den Hintern zu setzen, unsanft aber nicht weiter tragisch.

Dann, nach einer guten Stunde Schlitter-Fußmarsch, erreichen wir die Tankstelle. Schnell die nötigste Verpflegung eingekauft und dann geht’s wieder zurück. Eine Stunde, Schlitter-Fußmarsch. Man hat ja sonst nichts besseres zu tun, also auf geht’s.

Auch bei schlechtem Wetter schön

Auch bei schlechtem Wetter schön ©NordNordNord

Am Abend, wir sind mittlerweile wieder in unserer Hütte, beginnt es wieder zu schneien und am nächsten Morgen ist die Welt wieder schneebedeckt und das Glatteis unter den Schneemassen verschwunden. Und nicht nur das Glatteis ist verschwunden. Diverse geparkte Autos sind nur dadurch zu erkennen, das Antennen oder Scheinwerfer aus Schneehügeln hervor gucken.

Auto im Schnee

Auto im Schnee ©NordNordNord

Die Sonne taucht sogar zwischen den Wolken auf und langsam wird der bewölkte Himmel immer blauer und es wird ein schöner Wintertag, hier nördlich des Polarkreises.

Wasser und Eis

Wasser und Eis ©NordNordNord

Das Wetter wird uns auch in der nächsten Nacht überraschen. Der Wind auf den Lofoten zeigt sich von seiner rauen Seite. Die Hütte wackelt, während es draußen stürmt. Drinnen ist es gemütlich, mit einem schönen heißen Tee kann man das stürmische Schneetreiben im Licht der Laterne vor dem Fenster genießen. Dicke Schneeflocken wirbeln in dem orangefarbenen Lichterschein wie verrückt durch die Luft.

Es stürmt und schneit

Es stürmt und schneit ©NordNordNord

Es liegt noch mehr Schnee als zuvor hinter den Hütten. Man sinkt bis zu den Knien in die weiße Pracht ein, wenn man nicht aufpasst. Am nächsten Vormittag geht unser Bus nach Narvik. Dort befindet sich der nördlichste Bahnhof Norwegens, allerdings kann man von hier aus nicht nach Süden durch Norwegen, sondern nur östlich Richtung Schweden fahren.

Doch zunächst heißt es ein paar Stunden Busfahrt durch die winterlichen Lofoten.

Und das ist eine schöne Sache: Die Landschaft vor dem Fenster wechselt sich ab, von kahlen Bergen über verschneite Täler bis zum Meer. Die Sonne zeigt sich durch die Wolkendecke und die Lofoten bieten uns zum Abschied einen herrlichen Anblick.

NordNordNordLofoten-23 NordNordNordLofoten-21 NordNordNordLofoten-24

In Narvik werden wir wieder in den Zug steigen und nach Kiruna weiter fahren.

Nächster und letzter Teil: Kiruna, Hundeschlitten und das Eishotel.

Und hier geht es zu Teil 1…

…und zu Teil 2 

Comments

Submit a Comment