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NordNordNord | September 20, 2017

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Die kurze Fahrt der Vasa

Die kurze Fahrt der Vasa
Christian
  • On 25. August 2013
  • http://www.nordnordnord.de

Wir haben die Stockholm-Card gekauft, also haben wir freien Eintritt in diversen Museen Stockholms, so auch im Vasa. Nein, das ist kein Museum über Knäckebrot, dann wäre der Name ja auch falsch geschrieben, die Vasa ist ein Schiff, und nach dem ist dieses Museum benannt. Und sie ist groß. So groß, dass die Masten sogar aus dem Dach heraus gucken.

Vor dem Museum stellen wir fest, dass wir nicht die einzigen sind, die hinein wollen. Eine lange Warteschschlange hat sich vor dem Eingang gebildet. Ein LED-Laufband über der Tür zeigt an, dass wir mit 25 Minuten Wartezeit rechnen müssen, das Museum sei zur Zeit voll. Hoppla. Das muss ja was nettes sein, wenn es so beliebt ist.

Als wir endlich ins Museum hineingehen, merke ich das das Warten sich gelohnt hat.

Die Vasa

Die Vasa. ©NordNordNord.de

Vor uns steht ein großes und ziemlich altes Schiff. Die Vasa. Das weltweit einzige, fast vollständig erhaltene Schiff aus dem 17. Jahrhundert.

Auch wenn ich persönlich an diesem Termin verhindert war und es somit nur vom Hörensagen weiß, soll die Vasa am 10.08.1628 hier in Stockholm in See gestochen sein. Leider hat sie es nicht aus dem Hafen heraus geschafft, da der König etwas zuviel Prunk und noch etwas mehr Kanonen an Bord hatte bringen lassen. So sank das Schiff noch auf der Jungfernfahrt im Hafen und riss 30 bis 50 Menschen ins nasse Grab. Erst 333 Jahre nach dieser Tragödie wurde das Schiff geborgen. Es hatte die ganze Zeit im Hafen von Stockholm gelegen.

Kanonen waren mehr als genug an Bord

Kanonen waren mehr als genug an Bord ©NordNordNord.de

Am 24.04.1961 begann man das 69 Meter lange Schiff stückchenweise wieder an die Oberfläche zu holen. Anschließend wurde das Schiff wieder zusammen gebaut. Jahre lang. Seit 1990 steht es fertig aufgebaut in diesem Museum. Das ist eine unglaubliche Leistung. 95% der Schiffsteile sind Originalteile. Aufwendig präpariert und in akribischer Feinarbeit zusammengesetzt bilden die uralten Holzplanken nun wieder ein Schiff.

Während ich durch die Ausstellung gehe und mich frage wie um alles in der Welt man so ein Riesen-Puzzle zusammenfügt, sehe ich, dass es einen Kino-Raum im Museum gibt. Ein Film über die Bergung wird gezeigt. Auf Holländisch. Ich wundere mich, aber nur solange bis ich sehe das es auch andere Sprachfassungen des Films gibt. Zum Beispiel Russisch oder Mandarin. Das nenn ich mal multilingual. Der deutsche Film lässt nicht lange auf sich warten und während ich mich noch frage, ob sich ein Film von 17 Minuten Länge lohnt, werde ich von der Geschichte auf der Leinwand gepackt und die Zeit verfliegt. Schon in den 60er Jahren haben die Stockholmer daran gedacht das historische Ereignis im Film festzuhalten. Die erste Begehung des Königs ist genau so zu sehen, wie Einblicke in die aufwendigen Techniken der Restauration. Nach dem Film macht es noch mehr Spaß die Details des Schiffs zu entdecken, denn jetzt ist man ja etwas “schlauer” als vor dem Film.

Das Schiff selbst ist beeindruckend. Seine Größe, seine prunkvollen Verzierungen und sein gewaltiges Erscheinungsbild (aufgrund diverser Kanonen) lassen einen in eine andere Welt abtauchen. Zusätzlich zum Schiff werden die gefundenen Gegenstände, die damals mit an Bord waren in Vitrinen ausgestellt. Interessant was man damals schon alles hatte. Eine Butterbrotdose zum Beispiel. (Der Film gibt sogar über den Inhalt Auskunft.)

Man kann sich hier Stunden lang aufhalten.

Das Vasa-Museum ist eines der beliebtesten Museen in Schweden, welches jährlich 1,2 Mio Besucher anlockt. Der Eintritt beträgt zur Zeit 130 SEK für Erwachsene, Kinder und Jugendliche (alle unter 18) haben freien Eintritt. Studenten zahlen 100 SEK.

Weitere Informationen gibt es auf www.vasamuseet.se

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